ehrenrunde…

französische städte sind nicht besser als spanische. es gibt auch hier probleme beim rein finden und beim raus gehen. hinzu kommen (zeitweilige) unzulänglichkeiten oder nachlässigkeiten der pilgerin – hier des pilgers.

von figeac aus auf den camino rückwärts. ein blick auf den stadtplan, den ich gestern bekommen habe, zwei straßennamen gemerkt und los gehts! zeichen sind da, also denen nach. eigentlich sollte es steil bergauf gehen, momentan steigt es eigentlich sehr gemütlich an – da vorne wirds schon steiler. die richtigen (!) zeichen werden weniger, irgendwann gibt es nur noch ausgebleichte älteren datums. die verwunderung weicht dem zweifel.  da kommen die einheimischen gerade richtig. und sie erklären mir frank und frei, dass die die falsche richtung und die einzige möglichkeit der weg zurück nach figeac sei. vier kilometer sei er schon ausserhalb. puuhh! das haut den stärksten pilger um. dnr regen nimmt man da nicht mehr wahr.

also 4 km retour auf start und mit 8 km mehr noch einmal beginnen. die eigene karte nochmal richtig angeschaut, und schon sind die gleichen zeichen auf einem sehr steilen, aber richtigen weg da. oben angekommen scheitert der versuch eine näher liegende herberge zu reservieren. den stärker werdenden regen nehme ich jetzt schon sehr deutlich wahr im wissen, dass nicht nur die 8 vorher, sondern noch weitere 6 km dazu kommen.

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aber alles hat seinen sinn… ich lande des abends in einer (eigentlich geschlossenen) herberge und treffe dort einen französischen pilger. in englisch unterhielten wir uns über sehr tiefsinnige, fast philosophische erkenntnisse des zurück-caminos (auch er stellt sich als rückwärts-pilger heraus), wie menschen sich verändern können und was erziehung  bewirkt. die krönung des abends ist dann ein kleines jazz-konzert in einer benachbarten bar. da vergesse ich doch glatt die acht umsonst-kilometer.

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