von fliessenden über stehende wieder zu fliessenden gewässern

dienstag, 16.04.2019
möhrendorf – pettstadt (28,4 km, insgesamt 338,9 km, 440 m auf, 470 m ab)

beim frühstück erzählt der wirt von einem gast, der mit surfbrett und paddel richtung alpen unterwegs war. als ich mit meinem rucksack mich draussen orientiere, in welche richtung es geht, ist mit klar, dem rhein-main-donau-kanal kehre ich den rücken. in der konsequenz heisst das, es geht erst einmal bergauf. gleich im ort sehr heftig! aber die belohnung folgt auf den fuss. es geht auch wieder leicht abwärts und vor allem, ich darf durch sonnen-durchfluteten wald wandern und durch fluren, an deren ende sich kleine dörfchen anschmiegen.

so komme ich sehr gut vorwärts. bis sich ordentliche barrieren in gestalt von umgestürzten bäumen quer zum weg vor mir zeigen. einen ersten und mächtigen stamm kann ich umgehen, es existiert ein kleiner trampelpfad um den imposanten wurzel-teller (knapp drei meter durchmesser) herum. wieder auf den weg zurück, erkenne ich, das weitere hindernisse folgen: über den ersten stamm komme ich drüber, unter dem zweiten kann ich gerade so durch. beim dritten ist das zweig-gewirr so heftig, dass auf den weg nichts mehr geht – kein durchkommen. also wieder auf ab-wege nebenraus. einfacher gedacht als getan: da liegt alles so jetzt und quer, dass ich im zick-zack-verfahren über möglichst niedrige baumstämme steige, aber auch bei möglichst hohen unten durch krieche. dabei darf ich nur mein ziel, den waldweg gedanklich nicht aus den augen verlieren.

in der folge des weges komme ich an unzähligen weihern vorbei. manchmal geht der weg ohne grossen seiten-streifen zwischen ihnen durch. bisweilen weisen tafeln auf fischzucht und auf fischerei-vereine hin. und auf vielen tummeln sich mehr oder weniger wasser-vögel aller art, vom stockenten-paar bis hin zu schwänen und graureihern. nicht alle jene ich mit namen.

um die mittagszeit überquere ich die aisch bei der laufer mühle, eine suchthilfe-einrichtung des deutschen ordens. das areal ist beeindruckend, so steht da ein klavier unter freiem himmel – kleine pflänzchen und abblätterndes furnier machen deutlich, es steht dort schon länger. leider ist der hofladen geschlossen.

wieder treffe ich eine reiterin, die ich überholen lasse. nach ganz kurzer zeit beschleunigt auch die ihr tempo. oder sind es die pferde, die mehr abstand nach hinten möchten? durch wälder und über felder gelange ich mit immer mehr hunger I’m bauch in einen ort, der nichts essbares bietet, aber einen ‚computer-lädla‘ hat. so krame ich aus den untersten regionen meines rucksacks die notfall-tüte raus und esse einen riegel um die letzten paar kilometer zu schaffen. an ende der tour hat komoot noch einen kleinen berg gesetzt, dessen aufstieg ein südhang ist. steil geht es hinauf und ich freue mich, oben anzukommen und zu wissen, jetzt geht’s nur noch runter.

wieder werden meine mühen belohnt: bei der ankunft an der unterkunft wird mir eröffnet, dass ich die sanierte „präsidenten-suite“ unter dem dach bekäme. tatsächlich bewohne ich für diese nacht ein sehr großzügiges appartement mit extra küche und wohn-ess-zimmer neben meinem schlafzimmer. das abendessen hole ich mir um die ecke beim pizza-service zusammen mit einem bier. während dieses in meinen magen fliesst, sehe ich auf der karte wie die flüsschen fliessen. am anderen eck nämlich fliesst die rauhe ebrach vorbei. im vorherigen ort habe ich  reiche ebrach überquert. beide münden in die regnitz.

Ein Gedanke zu „von fliessenden über stehende wieder zu fliessenden gewässern“

  1. lieber schwager, lieber schwiegersohn,
    ich hatte den salat! der oftmalige griff ins kabel-gewirr hat ein ende. du hast recht, peter: die lösung war mental vorhanden, aber die umsetzung hat gedauert. doch gut ding will weile haben. und weil die weile lang war, geniesse ich jetzt um so mehr die qualität der kabel-freien navigation! DANK dir, lieber schwiegersohn, du hast mir deine hörer für diese wanderung überlassen, samt einer service-hotline.
    an euch beide liebe grüsse!

    ps. peter: jeder hat seine schwächen und stärken, körperlich, digital oder sonstwie. wir heisst es doch: die stärken einsetzen und an den schwächen arbeiten. ich wünsch dir viel gelenk-schmiere 😉

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