mitten im thüringer wald

oster-sonntag, 21.04.2019
themar – zella-mehlis (28 km, insgesamt 462,7 km, 860 m auf, 720 m ab)

ostern: heute habe ich zeitlich die mitte meiner tour erreicht.

heute wird es eine bergtour verspricht das etappen-profil. es geht gleich nach dem ort aufwärts. eine kleine gruppe junger leute wünscht ‚frohe ostern‘ und einer fragt fröhlich hinterher: „wo ist die wasser-quelle?“ dann kommt es ganz steil und ganz lange so.

obwohl ich mir angewöhnt habe, im wald das navi-display mehr im blick zu haben, gelingt es mir wieder, ab von der tour zu kommen. ich merke das an einem sehr steilen abschnitt. da ist zurück gehen keine option, aber durchs unter-holz ist ebenfalls unmöglich. ich schaue, wo der ’neue‘ verläuft – zwar etwas weiter, aber führt mich auf die tour zurück.
oben auf der höhe lagert eine wander-gruppe. einer der männer spricht mich an, ob ich wolle, dass hier zehn wir aufgestellt werden. ich könne online widersprechen. ich erkläre ihm, dass mir etwas anderes gerade näher liegt und schildere meine situation. er schaut sich die navigation an, plädiert sich für den von mir gefundenen weg und beschreibt mir noch markante punkte bis zum treffen der geplanten strecke. sie wollen dann noch etwas mehr von meiner gesamten tour wissen, da bekomme ich ein gipfel-buch des schneebergs in die hand gedrückt.

auf wunderbaren wegen geht es wieder abwärts in ein seitental. am aufgestauten see komme ich mit einem wanderer ins gespräch, u.a. übers wetter. er meint, wenn es wieder so ein trockener sommer wird wie letztes jahr – und gerade sieht es so aus – geht es denn fichten mit ihren flachen wurzeln sehr schlecht.

kurz darauf erreiche ich suhl, bzw. einen vorort davon. ich hoffe auf einen kaffee in einem café und spreche ein radler-ehepaar an. sie machen mir wenig hoffnung, er meint, hier in stadt-teil hat alles zu gemacht. das nächste wäre in der innenstadt von suhl, aber das sind drei kilometer von hier. sie überlegt eine möglichkeit, wie ich über suhl an mein ziel kommen könnte. das risiko, viel asphalt unter den schuhen zu haben, ist mir zu gross. so bedanke ich mich bei den beiden und wünsche ihnen eine gute fahrt.

dann steigt mein weg aus dem ort hinaus wieder steil an. ich komme zur autobahn, an der ich ein paar hundert meter entlang laufe. ich bin froh, das sonntag ist und keine lastwagen unterwegs sind. dann geht’s wieder bergauf. während die autos in den tunnel fahren, laufe ich oben drüber.

sobald die wege breiter und bequemer sind, treffe ich wieder einige oster-wander-gruppen. auch abwärts begegnen sie mir, denn die wege hinunter sind weniger komoot, also minimalistische und unscheinbare trampelpfade. sie sind abwärts eher kommod, bequem und zügig zu laufen.

unten in zella-mehlis geht es dann richtig los mit oster-marschierern und -spaziergängern. im fuchsbau gibt es einen quark-kuchen zusammen mit einem kaffee (auch thüringer bratwürste gibt es, die mich aber gar nicht anmachen). es kommen ein paar leute zu mir an den tisch. im reden richte ich mich und gehe weiter – ohne stock, wie ich kurz darauf bei der nächsten leichten steigung feststelle. zum glück muss ich nicht weit zurück!

in der unterkunft treffe ich niemand an und telefoniere. einige zeit später bekomme ich ein ganz modernes und in edlem stil eingerichtetes zimmer mit küchen-eck. aber mir den frühstück wird es heikel: das nächste offene café ist am die drei kilometer entfernt. der zimmer-wirt verspricht mir, ein paar brötchen zu organisieren, vermutlich aber nicht vor neun uhr.

auf der suche nach einem abendessen frage ich einen einheimischen, der mit ähnliches sagt: drei kilometer weiter ist ein guter grieche, der sicher auf hat. er überlegt und meint, nach der anderen seite (von der ich komme) wäre noch ein italiener, der auf hat. er erklärt mir den weg dahin und ich bekomme ein wunderbares oster-essen. auf den rückweg zur unterkunft benötige ich kurz gps, damit ich diese wieder finde.

Ein Gedanke zu „mitten im thüringer wald“

  1. Hallo nobe,
    da bist du nun in einer Gegend die wir zum Teil auch kenne. Meine Schwester wohnt ja in der Nähe von Jena und wenn wir sie besuchen, sind wir auch schon öfters im Thüringer Wald gewesen, eine wie wir finden wunderschöne Gegend mit etlichen Burgen, Schlössern, Klöstern und nicht zuletzt hervorragender Küche in urigen Lokalen.
    Wir wünschen dir noch schöne Ostern und weiterhin tolle Tage und nette Begegnungen auf deinem weiteren Weg.
    Herzliche Grüsse, Ursel & Peter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.