hüben und drüben des altmühltales

donnerstag, 11.04.2019
monheim – schambach/treuchtlingen (20,2 km, insgesamt 208,7 km, 290 m auf, 360 m ab)

meine heutige strecke ist deutlich geringer, im gegensatz zu gestern kann ich den tag ganz gemütlich gestalten. er beginnt mit einem umfangreichen frühstück mit allem drum und dran. mir fällt auf, das hier – wie gestern – nur männer sitzen. wohl ist das ein hotel für monteure und verkäufer. atmosphärisch nicht so ganz meines, aber ich geniesse mein frühstück.

in aller gemütlichkeit ziehe ich los. es ist kalt heute morgen. ich knöpfe alles gut zu und lege meine hals-wärme-manschette an. auf der anhöhe oberhalb des ortes zieht ein kalter wind aus osten über wiesen und felder. so bin ich froh, dass ich bald durch den wald gehen kann, wo es zwar kalt ist, aber nicht windet. aber kaum ist da eine lücke, schon pfeift der wind durch. die sonne kommt ein klein wenig heraus, aber sie verschwindet auch rasch wieder.

nach den mittag kommt ein anruf an, bei den ich wieder einmal zu langsam bin mit ‚telefon-hörer abnehmen‘. auf der mailbox ist meine nächste zimmer-wirtin, die wissen möchte, wann ich ungefähr ankommen werde. wir klären das mit dem ergebnis, dass ich noch etwas mehr zeit zum ziel habe. da die sonne jetzt mehr scheint, suche ich nach einer bank oder alternativen sitz-möglichkeit. auf einer lichtung entdecke ich einen jäger-stand, der wunderbar in der sonne steht. auf den unteren stufen sitzend verspeise ich meine käse-semmel. der lärm hinter mir stellt sich kurze zeit darauf als arbeiten im steinbruch heraus. ich bin im altmühltal angekommen.

so unterquere ich jetzt auch die eisenbahn-strecke zwischen ansbach und münchen, auf der wir immer zu sebastian fahren. hier in dietfurt gibt es keine möglichkeiten für einen kaffee – so sagt mir eine junge mutter mit ihrem kind. auch am lech habe ich von einer jungen mutter auf ihrem spaziergang die gleiche antwort bekommen. vielleicht sollte ich mal andere einwohner fragen, auch wenn diese nicht so häufig auf der strasse zu treffen sind. dafür überquere ich nun die altmühl und mache mich auf den weg wieder nach oben. vorher muss ich mich aber noch eine zeit lang an der B 2 mit einem heftigen LKW-verkehr arrangieren.

als es steil zu werden beginnt, hat komoot etwas probleme mit den trampelpfaden nach oben und ich habe probleme den von komoot angegeben zu finden. zuerst braucht es einen doppelten anlauf und dann wird der vorgeschlagene und von mir eingeschlagene pfad immer wilder und verwucherter. irgendwann gibt es – zumindest mit rucksack – kein durchkommen mehr. ich drehe bei und versuche mein glück quer-wald-ein. nachdem ich wieder auf der route bin, sind dir restlichen knappe zwei kilometer ein kinderspiel.

da ich etwas zu früh ankomme, will ich in die daneben stehende kirche rein schauen. trotz einem aushang ‚tritt ein und geniesse die ruhe‘, muss ich wegen verschlossener tür draussen bleiben. dafür wird mir anschliessend in der pension die tür geöffnet. ich bekomme mein zimmer und wir regeln frühstück und ausgeh-modus. ich muss nämlich die haustür von aussen zuschliessen. der hund der zimmer-wirtin macht sich sonst die tür auf und geht selbstständig gassi.
duschen, schreiben und dann bekomme ich im ‚güldenen ritter‘ – einer unscheinbaren dorf-kneipe – ein wunderbares vegetarisches essen, eingeleitet von einem guten gruss aus der küche. angenehm und gut gesättigt gehe ich zu meinem heutigen schlafraum.

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