jacques, der cellist

ich bin in einer schönen und stilvollen herberge weit draussen ‚in der pampa‘ angekommen. der so genannte zufall hat mich hier her geführt. und es wird noch ein zweiter herbergs-gast erwartet. es ist kein pilger und kein wanderer, er kommt mit dem auto hier her und er trägt einen grossen musikinstrumenten-koffer ins haus. der form nach ist es ein  streichinstrument. nach langer, langer zeit bin ich wieder zu zweit in der herberge. französische konversation! während und nach dem abendessen tauschen wir unsere derzeitigen lebensabschnitt-erfahrungen aus. und so erfahre ich, dass jacques früher auf seinem cello so alles querbeet gespielt hat und dass er am liebsten improvisiert, statt nach noten zu spielen. und nun ist er auf dem weg zu einem hospital mit einer abteilung für an  krebs erkrankte menschen. dort wird er morgen ein kleines konzert geben, wie schon vorher in anderen krankenhäusern. alles was er bei sich hat ist sein instrument und ein A-4-blatt mit 20 – 25 titeln unterschiedlichster art – auch selbst komponiertem. noten verhindern den kontakt zum publikum, vor allem bei auftritten wie diesem spielt er intuitiv. da er kein englisch kann, geht es nur in französisch. doch er bemüht sich einfach zu reden und ich verstehe ihn nicht nur gut, sondern lerne noch etwas dazu.  – und er lernt, dass johann sebastian nicht Back, sondern Bach heisst. und dass sein konzert für die zuhörer ‚umsonst‘ ist. am nächsten morgen nehmen wir voneinander abschied mit ‚bon chemin‘ und ‚bon concert‘.

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