viele jugendliche komen entgegen

kunst und mehr

freitag, 05.10.2018
outeiro de arriba – sergude (21,5 km)

wir schlafen etwas länger und geniessen dann im haus ein gutes frühstück mit zusätzlichem orangensaft und melonen-stücken, leider fehlt nur der käse. danach frage ich nach wasser für unterwegs und bekomme eine flasche gratis. wir ziehen weiter, renate mit etwas halsweh. der weg ist gut gemischt zwischen asphalt und wald, immer wieder schauen wir auf dem navi, ob wir noch auf dem richtigen sind. kurz nach neun uhr kommen uns schon die ersten pilger (aus ferrol, dem anderen end/anfangs-stück des camino inglese) entgegen. später sind es kleine gruppen, dann ganze magrosse kunst-drachen am wegssen von schülern, die klassenweise und mit begleit-fahrzeug unterwegs sind. renate fragt sie, wo sie herkommen und wohin sie gehen, sie bekommt von den jugendlichen aber nur jux-antworten wie: „we slept in akunst mit traktoren hoch auf einem metall-rundbogen hotel!“

wir durchqueren einen ort, in dem wir faszinierende kunstwerke entdecken. übergrosse figuren und alte traktoren, die über gewölbte gleise fahren. eine richtige kleine kunst-ausstellung am pilger-weg.

bruma, dort, wo die wege sich teilen, stellt sich als kleines dorf ohne irgendwelche infrastruktur heraus. am ortsende treffen wir deutsche pilgerInnen, mit denen wir uns kurz über die jeweils kommenden kilometer austauschen. wir gehen fast falsch, weil wir dahin gehen, woher sie gekommen sind, nämlich aus ferol (siehe oben). dank dem blick aufs navi korrigieren wir nach kurzer zeit unseren weg. an einer bar um die mittagszeit gibt es einen kaffee mit einem bocadillo und ein zweites zum mitnehmen. bei einem langen schotter-weg abwärts kommen wir an einer erdbeer-plantage vorbei, wo wir doch tatsächlich mitten im oktober rote früchte finden. ein versucherle überzeugt uns geschmacklich jedoch nicht, so dass es bei der einen bleibt. an einer bus-haltestelle machen wir pause und essen dann mit mehr genuss unser bocadillo.

die letzten kilometer geht es ordentlich bergab, die erste bar im tal ist zu, eine zweite genauso. dort machen wir eine kurze getränke-rast, dann geht es über den letzten hügel. danach gibt es noch einmal irritationen darüber, wo der weg entlang geht, und schliesslich treffen wir auf eine camino-stele, die 70 nach santiago anzeigt. das bedeutet, dass wir nur noch 5 km nach coruña(!) haben. dies ist total irreal ist, weil wir ja dann schon an unserem ziel, dem meer, wären. kurz darauf sind wir aber doch am richtigen und realen ziel angekommen.

im ort finden wir dank dem irischen pilger-führer die bar und die info-tafel, aber keine herberge dazwischen. zurück in der bar erklärt ein spanier mir in französisch, wo die herberge ist und die bar-besitzerin renate auf spanisch. beim zweiten versuch finden wir dank dieser infos die herberge. wir sind die einzigen gäste in dem neuen, modernen gebäude, die hospitaliera spricht kein englisch und sie rechnet unseren preis für die übernachtung per taschenrechner aus. unsere frage nach den möglichkeiten, am ort ein abendessen zu bekommen wird nicht verständlich beantwortet. dafür kommt sie kurz darauf mit einem stück tarte für uns an.

vespern, duschen und waschen der gesamten wäsche (gegen meine empfehlung – im nachhinein wird sich dies als sehr sinnvoll erweisen), dann mache ich einen kleinen erkundungs-spaziergang zur restaurant-suche. zwei menschen befrage ich, beide weisen mich auf die (einzige) bar alfonso hin. auf meine frage dort, ob sie ein pilger-menü hätten, bekomme ich eine positive antwort und melde uns auch gleich an. ausserdem nehme ich noch flaschen mit wasser mit.

in der herberge zurück, treffe ich auf eine irische familie, die angekommen ist (ein 83-jähriger opa mit seinen zwei töchtern und einem enkelsohn). renate und eine der frauen verstehen sich bald recht gut. später kommen noch zwei junge frauen aus portugal dazu. wir gehen zum essen, wo wir dann eine begrenzte menü-auswahl haben, renate isst salat, ich statt pollo lieber kotelett. als diese serviert werden, sind es zwei, weil sie angeblich sehr klein seien. renate bestellt sich einen rotwein, der sich als sehr sauer heraus stellt, ich bekomme einen weisswein, der eher süss daher kommt. das essen ist gut, so sind es zum beispiel selber geschnittene pommes, die gut frittiert sind.

die irische familie kommt dazu und es entwickelt sich eine schöne und anregende unterhaltung. kurz vor zehn uhr brechen wir gemeinsam auf und müssen zügig laufen. es geht den berg hoch und der über 80-jährige ire legt einen strammen schritt hin. kurz vor der herberge schaut er auf die uhr und meint nur „five minutes“. die tür ist schon abgeschlossen, wird aber gleich für uns aufgemacht, als wir anklopfen. kurz darauf schlafen wir in einem sehr ruhigen schlafraum ein. rote erdbeeren im oktober

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