vorweihnachtliche anspannung

manchmal läuft hier recht viel. nicht dass ich viele kilometer am tag unterwegs bin. das ist gerade aus ‚beinlichen‘ gründen eher weniger (ich habe gelernt kürzer zu treten!)

manchmal läuft drum herum recht viel, z. b. in der herberge. – und manchmal ist Internet-mässig gar nicht viel los. und manchmal gibt es kein wifi und im französischen land ist der mobile internet-empfang sehr dürftig. das sind die gründe dafür, dass manche tage auf sich warten lassen.

heute  war bei mir viel los. ich bin heute gelaufen und habe mich gefühlt wie ein kind zwei tage vor weihnachten. ziel war miradoux, die stadt in der die herberge ‚La Pause Verte‘ ist – und Therese. im laufe des vormittags telefoniere ich in der regel und melde mich in der abendlichen herberge an. auch in der grünen pause habe ich das so gehalten und bei zwei nummern auf dem anrufbeantworter meine anfrage hinterlassen. in der regel melden sich die hospitalieras und bestätigen oder nicht. Therese nicht – sie hat auch keine gite – wie sie mir später erklärte – sie hat une maison. ich wartete und wartete – vergeblich.

ich wartete vor allem aber, weil ich wusste, dass renate ein päckchen (mit einem mir noch fehlenden wanderführer und neuen socken) und meinen stock zu ihr geschickt hatte. hatte die zusammenarbeit der deutschen und französischen post geklappt? dann müsste beides jetzt bei Therese liegen.

ich kam an und bekam mein zimmer. aber ich bekam statt dem paket ’nur‘ obst und tee angeboten. die zusammenarbeit hatte also nicht funktioniert und die enttäuschung war mir vermutlich anzumerken. mir ging es wie einem kind, das die falschen weihnachtsgeschenke bekommen hat. auch wenn der camino für vieles eine lösung bietet und Therese mir ein einfaches, aber ganz fantastisches abendessen angeboten hatte, konnte ich den tag nur halbwegs beruhigt abschliessen.

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