deutsch-französische hilfsbereitschaft

heute war ein tag der überraschungen. der wecker klingelte etwas früher als nötig, damit ich von der nahe gelegenen boulangerie ein ofenfrisches baguette für unser frühstück holen konnte.

als ich dann beim bezahlen des zimmers einen rabatt bekam, freute ich mich sehr darüber. und renate freute sich sehr darüber, dass der hotelier uns anbot, uns ein stück mit dem auto mitzunehmen (was wir gerne annahmen). vorausgegangen war ein gespräch über das heutige wetter. kurz nach acht uhr hatte es minus zehn grad. wir hatten für die tour aufwärm-stationen eingeplant in den ortschaften, die am wege lagen (z. b. bäckereien, banken u. a.). die erste konnten wir also mittels mitfahr-gelegenheit erreichen.

mit dem wind im rücken kamen wir auch bei diesen temperaturen gut voran. aber als unser weg die kurve kratzte, kam der wind von der seite. es fing kräftig an zu schneien und die flocken tanzten nicht mehr, sondern wurden vom wind fast horizontal über das feld geblasen. die häuser von fessenheim kamen nur langsam näher.

kaum hatten wir sie erreicht, hörten wir laut und deutlich das wort ‚kaffee‘ aus einem heraus rufen. eine freundliche französische frau stand auf ihrer elsässischen terrasse und bot uns ein wärmendes getränk an. auch hier nahmen wir ihr angebot dankbar an. und dann sassen wir mit ihr in ihrer küche, tranken einen tee und probierten von den weihnachtsgutsle, die sie uns in einer blechdose hingestellt hatte (wie zu hause!).

in unserem gespräch stellten wir fest, dass zwölf uhr für eine fessenheimer übernachtung zu früh war. aber wo dann? und wie weiter kommen? so stand irgendwann ‚breisach‘ im raum, zumal dort auch ein bahnhof ist. immer schön am rhein entlang, aber wie lange? oder doch in fessenheim bleiben und übernachten?

da erhielten wir unser nächstes angebot. so fuhr uns der herr des hauses in seinem auto über die grenze, den kanal und den rhein selbst bis auf die andere seite. dadurch haben wir viele asphalt-ecken gespart, die wir sonst hätten auslaufen müssen.

nun gingen wir die rechte rhein-seite entlang richtung breisach. bis zu einem wegweiser ‚breisach 7,5 km‘ und ‚oberrimsingen 3,2 km‘. war das nicht das geplante morgige ziel? auch die kilometer-angabe war sehr attraktiv. kurz entschlossen gingen wir nach rechts statt nach links.

in oberrimsingen  bekamen wir auch gleich ein nettes zimmer. der wunsch nach einem kaffee wurde auch postwendend erfüllt. der wirt öffnete uns die hintertür seiner – eigentlich geschlossenen –  gaststube zur gewünschten zeit und servierte uns kaffee und tee – ein wunderbarer dienst.

am ende dieses tages wunderten wir uns über die vielen überraschungen  und blickten sehr dankbar auf die schönen und herzlichen begegnungen des heutigen weges in frankreich und deutschland zurück. all den menschen, die unseren weg in der kälte mit ihrer achtsamkeit und hilfsbereitschaft wärmer und leichter gemacht haben, sei an dieser stelle ein ganz grosses DANKESCHÖN gesagt!

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